Rechtssicherheit bei Craps: Warum legale Konzessionen in Österreich zählen
Stand: 30 September 2026 · geprüft gegen das Glücksspielgesetz (GSpG) und die Konzessionsregister des Bundesministeriums für Finanzen (BMF).

Inhaltsverzeichnis
- Spielerschutz zuerst — was die österreichische Regulierung jedem Spieler mitgibt
- Spielauswahl — was Craps eigentlich ist und warum es in Österreich fast unsichtbar bleibt
- Rangliste — die zehn Marken, die österreichische Spieler tatsächlich sehen
- Überblick — warum die Konzession in Österreich keine Formsache ist
- Rechtslage — was die österreichische Justiz in den letzten Jahren entschieden hat
- win2day — der einzige Anbieter mit österreichischer Konzession für Online-Glücksspiel
- Mr Green — nicht-konzessioniert, gerichtlich festgestellt
- bet-at-home — nicht-konzessioniert, Verfahren in der Schwebe
- bwin — nicht-konzessioniert, dokumentierter Fall
- bet365 — nicht-konzessioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
- Lottoland — nicht-konzessioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
- LeoVegas — nicht-konzessioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
- Tipico — nicht-konzensioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
- Betway — nicht-konzessioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
- Tipp3 — Sportwetten-Marke der Österreichischen Lotterien, kein Online-Casino
- Prüfkriterien — was diese Seite misst und was sie nicht misst
- Häufig gestellte Fragen
Spielerschutz zuerst — was die österreichische Regulierung jedem Spieler mitgibt
Wer in Österreich online Craps spielen will, kommt an einer Sache nicht vorbei: Spielerschutz ist nicht ein Service, den ein Anbieter freiwillig dazustellt, sondern eine Pflicht, die das Glücksspielgesetz (GSpG) und die Konzession vorgeben. Wer das versteht, bevor er die erste Wette setzt, gewinnt die eine Information, die jeder weiteren Entscheidung Sinn gibt.
Die zentrale Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige ist die Spielsuchthilfe. Telefonisch unter (01) 544 13 57, Montag bis Freitag zwischen 10.00 und 13.00 Uhr. Persönliche Termine sind von Montag bis Samstag zwischen 8.00 und 20.00 Uhr möglich. Die Beratung ist kostenlos, anonym und steht jedem offen, der sich Sorgen macht um das eigene Spiel oder das eines Menschen, der ihm nahesteht.

Das Gesetz verlangt von lizenzierten Anbietern drei Dinge, die Spieler kennen sollten: Identitätsprüfung, österreichischer Wohnsitz und ein Mindestalter von 18 Jahren. Anonymes Spielen ist damit ausgeschlossen. Wer bei einem lizenzierten Anbieter spielt, muss sich ausweisen, bevor er die erste Einzahlung macht. Das klingt nach Bürokratie. Es ist das Gegenteil: es ist der Schutzmechanismus, der das ganze System trägt, weil er Selbstsperre und Spielpause erst möglich macht.
Selbstsperre und Spielpause sind die zwei Werkzeuge, die ein lizenzierter Anbieter bereithalten muss. Die Selbstsperre sperrt ein Konto dauerhaft, die Spielpause für einen vereinbarten Zeitraum. Beide greifen anbieterübergreifend nur, wenn das neue Gesetz in Kraft ist. Bis dahin gilt: wer sich selbst aussperrt, ist beim jeweiligen Anbieter gesperrt — und muss beim nächsten Anbieter wieder von vorne beginnen. Das ist die Lücke, an der das aktuelle System arbeitet.
Die BMF Stabsstelle für Spielerschutz (§ 1 Abs. 4 GSpG) ist die behördliche Anlaufstelle für die Aufsicht über den Spielerschutz. Wer das Gefühl hat, dass ein Anbieter seine Pflichten nicht erfüllt, kann sich an sie wenden. Wer das Gefühl hat, dass er selbst die Kontrolle verliert, sollte sich an die Spielsuchthilfe wenden.
Spielauswahl — was Craps eigentlich ist und warum es in Österreich fast unsichtbar bleibt
Craps ist ein Würfelspiel mit einer ungewöhnlichen Geschichte und einer sehr geradlinigen Mechanik. Zwei Würfel werden geworfen. Im ersten Wurf gewinnt der Shooter sofort mit einer Augensumme von 7 oder 11 („Natural“) und verliert sofort mit 2, 3 oder 12 („Crap“). Fällt eine der Zahlen 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, wird diese Zahl zum „Point“. Der Shooter würfelt dann so lange weiter, bis er den Point noch einmal trifft (gewinnt) oder eine 7 wirft (verliert).
Die Sieben fällt bei zwei Würfeln mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 16,67 Prozent — das häufigste Ergebnis. Die Zahlen 2 und 12 sind mit je rund 2,78 Prozent am seltensten. Aus dieser Verteilung ergibt sich der Hausvorteil jeder einzelnen Wette, und der ist sehr unterschiedlich.
Die Pass-Wette zahlt 1 zu 1 aus und hat einen Hausvorteil von 1,41 Prozent. Die Don’t-Pass-Wette liegt bei rund 1,36 bis 1,40 Prozent, je nach Regelwerk. Beide sind die Standard-Wetten am Tisch und liegen am unteren Ende dessen, was ein Casino anbietet. Eine Odds-Wette auf den Point hat einen Hausvorteil von 0 Prozent — sie wird ohne Hausvorteil ausbezahlt, dafür aber erst nach einer qualifizierenden Wette. Eine Place-Wette auf 6 oder 8 zahlt 7 zu 6 aus und hat einen Hausvorteil von 1,52 Prozent. Eine Place-Wette auf 5 oder 9 hat 4,00 Prozent. Die Any-Seven-Wette zahlt 4 zu 1 aus und hat mit 16,67 Prozent den höchsten Hausvorteil unter den gängigen Craps-Wetten.
Die Würfel sind rot, durchsichtig, mit scharfen Kanten und weißen Augen. Das ist nicht Dekoration. Scharfe Kanten verhindern, dass ein Würfel auf einer Ecke liegen bleibt und das Ergebnis unklar ist. Das Spiel hat sich aus dem europäischen Hazard entwickelt. Bernard de Mandeville brachte Craps 1813 als vereinfachte Version des englischen Hazard-Spiels nach New Orleans. John H. Winn führte um 1907 das „Don’t Pass“-Wettfeld ein, was faire Würfelnutzung im Casino förderte.
In Österreich ist Craps in lizenzierten Spielbanken präsent — Casinos Austria führt das Spiel in seinen Standorten. Online ist die Lage eine andere: das Spielangebot eines Anbieters hängt an seiner Konzession. Die einzige Konzession für Online-Glücksspiel in Österreich hält die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. mit win2day. Was win2day an Craps-Varianten führt, ist im Spielkatalog der Plattform verzeichnet. Andere in Österreich beworbene Marken — bet365, LeoVegas, Betway, Tipico — bieten Craps in ihren internationalen Spielkatalogen an; für den österreichischen Markt sind diese Angebote ohne Konzession.
Rangliste — die zehn Marken, die österreichische Spieler tatsächlich sehen
Die folgende Übersicht listet Marken auf, die in Österreich sichtbar sind. Eine ist konzessioniert. Die anderen sind es nicht. Das ist keine Empfehlung; es ist eine Bestandsaufnahme dessen, was ein österreichischer Spieler auf seinem Bildschirm findet und was die Rechtslage dazu sagt.
| Marke | Status in Österreich | Gerichtliche Feststellung | Craps-Angebot |
|---|---|---|---|
| win2day | Konzession für Online-Glücksspiel (§ 12a GSpG), läuft bis 30. September 2027 | — | — |
| Mr Green | keine Konzession für Online-Casino-Spiele | rechtskräftige Verurteilung zur Rückzahlung von Spielverlusten, 13. April 2022 | — |
| bet-at-home | keine Konzession für Online-Casino-Spiele | OLG Linz entschied zugunsten des Spielers, OGH verwies die Sache mehrfach zurück | — |
| bwin | keine Konzession für Online-Casino-Spiele | OGH-Urteil vom 25. Juni 2021, rund 73.000 Euro Spielverluste wurden zurückgezahlt | — |
| bet365 | keine Konzession für Online-Casino-Spiele | — | — |
| Lottoland | keine Konzession für Online-Casino-Spiele | — | — |
| LeoVegas | keine Konzession für Online-Casino-Spiele | — | — |
| Tipico | keine Konzession für Online-Casino-Spiele | — | — |
| Betway | keine Konzession für Online-Casino-Spiele | — | — |
| Tipp3 | keine Konzession für Online-Casino-Spiele (Sportwetten-Marke der Österreichischen Lotterien) | — | — |
Die Spalte „Status in Österreich“ zeigt, was die Konzessionsregister des BMF ausweisen. Die Spalte „Gerichtliche Feststellung“ hält fest, was österreichische Gerichte in den dokumentierten Fällen entschieden haben. Die Spalte „Craps-Angebot“ bleibt ohne Eintrag: keiner der genannten Anbieter ist in den research-Unterlagen mit einem verifizierten Craps-Titel für den österreichischen Markt hinterlegt. Das ist Information — die Plattformen, die Craps im internationalen Katalog führen, sind für Österreich keine konzessionierten Anbieter.
Die Tabelle zeigt das Bild auf einen Blick: eine konzessionierte Marke, neun ohne Konzession, drei mit dokumentierter Gerichtspraxis. Wer aus dieser Reihe wählt, wählt nicht zwischen „besser“ und „schlechter“ im Wettbewerbssinn. Wer wählt, wählt zwischen konzessioniert und nicht konzessioniert — und was das rechtlich und praktisch bedeutet, füllt der Rest dieser Seite.
Überblick — warum die Konzession in Österreich keine Formsache ist
Das österreichische Glücksspielrecht folgt einem anderen Modell als das deutsche oder das maltesische. Es gibt keine Mehrzahl von Lizenzen, die parallel vergeben werden; es gibt das Glücksspielmonopol und die Konzession, die dieses Monopol umsetzt. Online-Casino-Spiele sind „elektronische Lotterien“ im Sinne des § 12a GSpG. Die Konzession dafür ist eine einzige, und sie ist befristet.
Die Konzession für Online-Glücksspiel hält die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. mit Sitz Rennweg 44, 1038 Wien. Sie betreibt die Plattform Win2day.at. Die Konzession läuft bis zum 30. September 2027. Vor diesem Datum wird die Vergabe neu zu regeln sein.
Landbasierte Casinos laufen unter einer anderen Konzession: Casinos Austria AG hält die Konzessionen für Spielbanken. Sportwetten sind Ländersache und werden unter dem Wettgesetz der Länder vergeben; Tipp3 etwa ist eine Marke der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H., ebenfalls mit Sitz Rennweg 44, 1038 Wien, eingetragen im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien unter FN 196645i. Sportwetten und Casino-Spiele sind in Österreich getrennte Welten — eine Sportwetten-Marke ist keine Casino-Marke.
Was bedeutet das für jemanden, der Craps spielen will? Es bedeutet, dass die Frage „bei welchem Anbieter?“ in Österreich eine vorgelagerte Frage hat: „ist der Anbieter in Österreich konzessioniert?“. Wenn die Antwort nein ist, ist das Angebot für österreichische Spieler nicht autorisiert — unabhängig davon, welche Lizenz der Anbieter in Malta, Gibraltar oder Großbritannien hält.
Was eine Konzession dem Spieler konkret gibt
Eine Konzession verlangt vom Anbieter: Identitätsprüfung, Limits vor Spielbeginn, Spielpause und Selbstsperre als Werkzeuge, die Werbung am „verantwortungsvollen Maßstab“ des § 56 GSpG auszurichten, Spielsuchtprävention als laufende Aufgabe. Das ist die Liste dessen, was ein österreichischer Spieler bei win2day vorfindet und was er bei einem nicht-konzessionierten Anbieter nicht vorfindet.
Eine Konzession gibt dem Spieler außerdem einen Ansprechpartner, der in Österreich erreichbar ist und an dessen Aufsicht das BMF die Einhaltung dieser Pflichten überprüft. Bei Problemen mit der Auszahlung, mit Limits oder mit der Selbstsperre hat der Spieler eine Behörde, an die er sich wenden kann. Bei einem nicht-konzessionierten Anbieter hat er stattdessen einen Gerichtsweg, und der Weg führt über das österreichische Recht — mit dem Ergebnis, das die OGH-Rechtsprechung der letzten Jahre gezeigt hat.
Was eine Konzession dem Spieler nicht gibt
Eine Konzession gibt kein Anonymitätsrecht. Wer bei win2day spielt, ist nicht anonym; die Identitätsprüfung ist Voraussetzung für die Spielberechtigung. Eine Konzession gibt auch keine Garantie, dass man gewinnt — der Hausvorteil gilt auch am konzessionierten Tisch. Sie gibt die regulatorische Aufsicht, sie gibt den Werkzeugkasten für Spielerschutz, und sie gibt den Gerichtsweg im Streitfall.
Rechtslage — was die österreichische Justiz in den letzten Jahren entschieden hat
Die österreichische Justiz hat die Frage, was ein Spielvertrag mit einem nicht-konzessionierten Anbieter wert ist, in den letzten Jahren eindeutig beantwortet. Die Antwort lautet: nichtig. Und nichtig bedeutet nicht nur, dass der Anbieter kein Geld vom Spieler verlangen kann; nichtig bedeutet auch, dass der Spieler sein Geld vom Anbieter zurückverlangen kann.

Der Oberste Gerichtshof erklärte am 22. Juni 2021 (1 Ob 229/20p) Spielverträge mit einem ausländischen Online-Casino für unwirksam, weil in Österreich einzig Win2day.at über eine gültige Lizenz für Internet-Glücksspiel verfügt. Der Kläger erhielt eine Million Euro zurück.
In einem anderen Fall entschied der Oberste Gerichtshof am 25. Juni 2021, dass eine Frau aus dem Burgenland von ElectraWorks (Marke bwin, Sitz Gibraltar) rund 73.000 Euro Spielverluste zurückerhält. ElectraWorks ist eine Marke der GVC Holdings, betrieben aus Gibraltar; die Konzession für den österreichischen Markt hatte das Unternehmen nie.
Ende 2021 wurde Mr Green dazu verurteilt, einem in Österreich wohnhaften Spieler die verlorenen Einsätze zurückzuzahlen. Die Verurteilung wurde am 13. April 2022 rechtskräftig, nachdem die Berufung von Mr Green erfolglos blieb. Auch Mr Green verfügte über keine österreichische Glücksspielkonzession.
Im Verfahren gegen bet-at-home klagte ein Spieler auf Rückzahlung von rund 950.000 Euro Online-Roulette-Verlusten aus einem 2011 eingeleiteten Verfahren. Das Oberlandesgericht Linz entschied zugunsten des Spielers. Danach verwies der Oberste Gerichtshof die Sache mehrfach an die erste Instanz zurück. Das Verfahren zieht sich weiter.
Die Richtung dieser Rechtsprechung ist eindeutig: Spielverträge mit nicht-konzessionierten Online-Glücksspielanbietern sind nichtig. Die Nichtigkeit gilt nach beiden Seiten — der Anbieter kann verlorene Einsätze nicht einklagen, aber er kann ausgezahlte Gewinne im Prinzip ebenfalls zurückfordern, weil der Vertrag von Anfang an unwirksam war. Das ist die Konsequenz, die ein Spieler auf einem unlizenzierten Anbieter mitträgt, auch wenn er gerade gewonnen hat.
Die EU-Gerichtsbarkeit hat diese Linie bestätigt. In der Rechtssache C-77/24 (Wunner) entschied der Gerichtshof der Europäischen Union am 15. Jänner 2026, dass die Durchsetzung dieser Spielverträge nach dem Recht des Landes beurteilt wird, in dem der Spieler seinen Wohnsitz hat. Für einen österreichischen Spieler ist das österreichische Recht. Für die Frage, ob ein Spielvertrag mit einem nicht-konzessionierten Anbieter in Österreich gültig ist, bleibt es bei der österreichischen Antwort: nein.
Was das in der Praxis bedeutet
Wenn ein Spieler auf einem nicht-konzessionierten Anbieter spielt und verliert, kann er das Geld in Österreich einklagen. Wenn er gewinnt und der Anbieter auszahlt, kann der Anbieter im Prinzip die Rückzahlung verlangen. Die OGH-Rechtsprechung hat das in den letzten Jahren immer wieder bestätigt. Wer diese Risikoseite versteht, sieht die Wahl zwischen konzessioniert und nicht konzessioniert mit anderen Augen: es geht nicht um eine bessere Auszahlungsquote, es geht darum, ob das, was am Tisch passiert, in Österreich überhaupt als wirksamer Vertrag gilt.
Die Strafverfolgung zielt auf die Anbieter, nicht auf die Spieler. § 52 GSpG sieht Geldstrafen für nicht-konzessionierte Anbieter vor, § 168 StGB erfasst die Beteiligung an einem nicht-konzessionierten Glücksspiel als Verwaltungsübertretung. Wer als Spieler auf einer nicht-konzessionierten Plattform spielt, macht sich nicht strafbar; der Anbieter macht sich strafbar. Das ändert aber nichts daran, dass der Vertrag zivilrechtlich nichtig ist.
Was die geplante Reform bringt
Der Gesetzesentwurf zur Novelle des Glücksspielgesetzes wurde am 4. August 2026 der Europäischen Kommission zur Notifizierung übermittelt. Danach gilt eine dreimonatige Stillhaltefrist, vor deren Ablauf keine parlamentarische Beschlussfassung erfolgen kann. Der Entwurf sieht eine unabhängige Behörde und offene Fünf-Jahres-Lizenzen für Online-Glücksspiel ab dem 1. Oktober 2027 vor. Das ist ein Entwurf, kein Gesetz. Bis zur Beschlussfassung kann sich der Text noch ändern.
Was im Entwurf auftaucht und den Status quo verändern würde: ein anbieterübergreifendes Limits- und Selbstsperre-Register. Heute gilt eine Selbstsperre nur beim jeweiligen Anbieter; wer sich bei Marke A sperrt, kann bei Marke B ohne Sperre weiterspielen. Das ändert sich, wenn das Register kommt. Bis dahin ist die anbieterübergreifende Sperre Wunsch, nicht Wirklichkeit.
win2day — der einzige Anbieter mit österreichischer Konzession für Online-Glücksspiel
Die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. mit Sitz Rennweg 44, 1038 Wien betreibt die Plattform Win2day.at. Die Konzession für Online-Glücksspiel (§ 12a GSpG, „elektronische Lotterien“) läuft bis zum 30. September 2027. Wer in Österreich Craps online spielen will, hat bei diesem Anbieter die einzige konzessionierte Adresse.
Die Konzession bringt Pflichten mit, die der Anbieter erfüllen muss: Identitätsprüfung, österreichischer Wohnsitz, Mindestalter 18, ein Deposit-Limit und ein tägliches Spielzeit-Limit vor Spielbeginn, Werkzeuge für Spielpause und Selbstsperre, Werbung am „verantwortungsvollen Maßstab“ des § 56 GSpG. Die Limits sind nicht im Gesetz fixiert; das Gesetz verlangt, dass der Anbieter Limits setzt, und überlässt ihm die konkrete Höhe. Die Aufsicht prüft, ob die Limits wirksam sind.
Win2day nimmt Zahlungen in Euro entgegen, per Karte, eps-Überweisung, E-Wallet und paysafecard. Kryptowährungen werden nicht akzeptiert. Gewinne sind in Österreich für private Spieler in der Regel nicht einkommensteuerpflichtig; eine Beratung beim Steuerberater klärt den Einzelfall, insbesondere wenn das Spiel professionell betrieben wird. Die Glücksspielabgabe zahlt der Anbieter, nicht der Spieler.
Die Limits bei win2day
Win2day verlangt von jedem Spieler, vor Spielbeginn ein Deposit-Limit und ein tägliches Spielzeit-Limit zu setzen. Für Spieler unter 26 Jahren gilt ein strengeres Wochenlimit. Das Standard-Limit für volljährige Spieler liegt im Monatsbereich. Die genauen Werte stehen in den Spielbedingungen des Anbieters und werden im Rahmen der Identitätsprüfung festgelegt.
Was diese Limits für die Frage „was kostet eine Spielsitzung?“ bedeuten: ein Spieler unter 26 hat pro Woche einen kleineren Rahmen als ein volljähriger Spieler pro Monat. Die Konsequenz liegt nicht in der absoluten Zahl, sondern in der Relation: eine Spielsitzung, die für den einen Spieler in den wöchentlichen Rahmen passt, kann für den anderen den monatlichen Rahmen aufbrauchen. Die beiden Limits sind nicht dasselbe Limit in zwei Zeiträumen; sie sind zwei verschiedene Limits, die zu verschiedenen Lesern passen.
Das Spielangebot bei win2day
Der Spielkatalog von win2day umfasst Lotterien, elektronische Lotterien und Casino-Spiele im Rahmen der Konzession. Was im Bereich Craps verfügbar ist, ergibt sich aus dem Katalog des Anbieters. Eine Recherche, die für diese Seite gemacht wurde, hat für win2day keinen verifizierten Craps-Titel dokumentiert. Das ist Information: wer auf win2day Craps sucht, findet möglicherweise das Spiel, möglicherweise auch nicht — und wer sicher Craps spielen will, muss den Katalog prüfen, bevor er einzahlt.
Das Urteil zu win2day
Wer in Österreich bleibt und das Sicherheitsnetz der Konzession will, kommt an win2day nicht vorbei. Es ist die einzige Adresse, an der ein österreichischer Spieler Craps mit dem vollen Werkzeugkasten aus Spielerschutz, Aufsicht und Gerichtsweg spielen kann. Die Kehrseite liegt in der Auswahl: das Spielangebot eines Monopolanbieters ist nicht das Spielangebot eines Marktes mit zwanzig konkurrierenden Anbietern. Wer auf Vielfalt setzt, bezahlt sie mit der Konzession.
Mr Green — nicht-konzessioniert, gerichtlich festgestellt
Mr Green ist auf dem österreichischen Markt präsent. Da keine Konzession nach dem GSpG vorliegt, sind die angebotenen Casino-Spiele nicht autorisiert. Die Justiz hat dies bereits bestätigt: Mr Green wurde zur Rückzahlung von Spielverlusten verurteilt.
Ende 2021 wurde Mr Green dazu verurteilt, einem in Österreich wohnhaften Spieler die verlorenen Einsätze zurückzuzahlen. Die Verurteilung wurde am 13. April 2022 rechtskräftig, nachdem die Berufung von Mr Green erfolglos blieb. Die österreichische Justiz hat damit festgestellt, dass Spielverträge zwischen Mr Green und österreichischen Spielern nichtig sind, und die Rückzahlung der Verluste angeordnet.
Das Urteil zu Mr Green
Mr Green ist ein prominentes Beispiel für die österreichische Rechtsprechung der letzten Jahre. Ausländische Lizenzen, etwa aus Malta, befreien Betreiber nicht von der Pflicht, eine inländische Konzession zu besitzen. Spieler tragen bei solchen Anbietern das von der OGH-Rechtsprechung betonte Risiko.
bet-at-home — nicht-konzessioniert, Verfahren in der Schwebe
Bet-at-home ist auf dem österreichischen Markt präsent. Eine Konzession für Online-Casinos nach dem GSpG liegt nicht vor; nur win2day ist hierfür autorisiert. Ein langjähriges Verfahren zur Rückzahlung von Spielverlusten unterstreicht die problematische Rechtslage.
Im Verfahren gegen bet-at-home klagte ein Spieler auf Rückzahlung von rund 950.000 Euro Online-Roulette-Verlusten aus einem 2011 eingeleiteten Verfahren. Das Oberlandesgericht Linz entschied zugunsten des Spielers; danach verwies der Oberste Gerichtshof die Sache mehrfach an die erste Instanz zurück. Das Verfahren ist nicht abgeschlossen.
Das Urteil zu bet-at-home
Das bet-at-home-Verfahren zeigt eine zweite Eigenschaft der österreichischen Rechtslage: selbst eine OGH-feste Linie braucht ihre Zeit, bis ein konkreter Fall durch alle Instanzen ist. Wer heute auf einem nicht-konzessionierten Anbieter spielt, kann morgen klagen — aber das Ergebnis wird er vielleicht erst in Jahren sehen.
bwin — nicht-konzessioniert, dokumentierter Fall
Bwin wird von ElectraWorks betrieben, mit Sitz in Gibraltar. ElectraWorks ist eine Marke der GVC Holdings. Die Casino-Spiele, die bwin österreichischen Spielern anbietet, sind nicht autorisiert; bwin hält keine Konzession unter dem GSpG.
Der Oberste Gerichtshof entschied am 25. Juni 2021, dass eine Frau aus dem Burgenland von ElectraWorks rund 73.000 Euro Spielverluste zurückerhält. Die Summe entspricht den Verlusten aus einem längeren Spielzeitraum.
Das Urteil zu bwin
Bwin ist ein Beispiel für den anderen Anbieter-Typ im österreichischen Markt: ein international tätiger Anbieter mit Sitz in Gibraltar, sichtbar in Österreich über Werbung und Sponsoring, ohne österreichische Konzession. Die OGH-Rechtsprechung hat den Fall entschieden, bevor die Frage „ist Gibraltar eine zulässige Lizenz für Österreich?“ noch einmal gestellt werden musste.
bet365 — nicht-konzessioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
Bet365 wird von Hillside (Gibraltar) Ltd betrieben, Unit 1.1, First Floor, Waterport Place, 2 Europort Avenue, Gibraltar. Das Unternehmen hält die Remote-Glücksspiellizenzen RGL Nr. 76, 78, 129 und 130, die unter anderem bet365 Casino und bet365 Sports abdecken.
Bet365 ist auf dem österreichischen Markt präsent. Auch dieser Anbieter verfügt über keine Konzession nach dem GSpG. Die für österreichische Spieler angebotenen Casino-Spiele sind folglich nicht autorisiert und rechtlich nicht abgesichert.
Das Urteil zu bet365
Bet365 steht in dieser Reihe für eine andere Frage: nicht „was hat die Justiz entschieden?“, sondern „warum ist die Justiz noch nicht entschieden?“. Ein Anbieter mit britischer oder gibraltarischer Lizenz ist in Österreich sichtbar, ohne dass die österreichische Justiz in jedem Einzelfall schon gerufen wurde. Die Frage, die ein Spieler auf einem solchen Anbieter mitträgt, ist die offene Frage: die Konzession fehlt, die Linie der OGH-Rechtsprechung ist gezogen, der konkrete Fall steht aus.
Lottoland — nicht-konzessioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
Lottoland wird von EU Lotto Ltd betrieben, Sitz Office Suite A, Ocean Village Promenade, Gibraltar. Das Unternehmen hält die Lizenzen Betting RGL Nr. 066 und Gaming RGL Nr. 085, die auch die Marken Lottohelden und Sorte Online abdecken.
Lottoland ist im österreichischen Raum tätig.
Das Urteil zu Lottoland
Lottoland vermarktet sich in Österreich primär über Lotterien. Da jedoch keine Konzession nach dem GSpG besteht, gilt das Angebot für österreichische Spieler als nicht autorisiert. Die Rechtsfolgen für Spielverträge sind nach der OGH-Rechtsprechung bereits geklärt.
LeoVegas — nicht-konzessioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
LeoVegas Gaming PLC hat seinen Sitz Level 7, Plaza Commercial Center, Bisazza Street, Sliema, SLM 1640, Malta. Das Unternehmen hält bei der britischen Gambling Commission unter Kontonummer 39198 aktive Fernglücksspiel-Lizenzen für Bingo, Casino und General Betting Standard.
LeoVegas operiert grenzüberschreitend und ist auch für Kunden in Österreich erreichbar.
Das Urteil zu LeoVegas
LeoVegas ist in Österreich aktiv, verfügt jedoch über keine Konzession. Eine maltesische oder britische Lizenz entbindet den Anbieter nicht von der Erfordernis einer österreichischen Konzession. Das Risiko für österreichische Spieler orientiert sich an der strengen OGH-Rechtsprechung.
Tipico — nicht-konzensioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
Tipico Group Ltd. ist eine Gesellschaft maltesischen Rechts mit Sitz Tipico Tower, Vjal Portomaso, STJ 4011, St. Julian’s, Malta, eingetragen bei der Malta Business Registry unter der Nummer C75334.
Tipico ist als Sportwetten-Anbieter in Österreich bekannt.
Das Urteil zu Tipico
Tipico fokussiert sich in Österreich stark auf Sportwetten, die einer anderen Lizenzierung unterliegen. Bezüglich der Casino-Spiele bleibt festzuhalten: Eine maltesische Gesellschaftsstruktur ersetzt keine österreichische Konzession. Diese Spiele sind somit für Nutzer im Inland rechtlich nicht gedeckt.
Betway — nicht-konzessioniert, ohne dokumentierten österreichischen Gerichtsfall
Betway Limited hat seinen Sitz 9 Empire Stadium Street, Gzira, GZR 1300, Malta. Das Unternehmen hält bei der britischen Gambling Commission unter Kontonummer 39372 aktive Fernglücksspiel-Lizenzen für Casino sowie General Betting Standard.
Betway ist auf dem österreichischen Markt präsent, ohne über eine Konzession für Online-Casinos nach dem GSpG zu verfügen. Die angebotenen Casino-Spiele sind für Nutzer in Österreich rechtlich nicht gedeckt.
Das Urteil zu Betway
Betway steht in dieser Reihe für den Anbieter mit maltesischem Sitz und britischer Lizenz. Was die Justiz in einem konkreten Fall entscheiden würde, folgt aus der Linie, die die OGH-Rechtsprechung seit 2020 gezogen hat.
Tipp3 — Sportwetten-Marke der Österreichischen Lotterien, kein Online-Casino
Tipp3 wird von der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. betrieben, Sitz Rennweg 44, 1038 Wien, eingetragen im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien unter FN 196645i. Die Marke ist Sportwetten; die Konzession läuft unter dem Wettgesetz der Länder, nicht unter dem GSpG.
Tipp3 ist kein Online-Casino-Anbieter. Wer in Österreich Craps spielen will, ist bei Tipp3 an der falschen Adresse. Die Online-Casino-Spiele der Österreichischen Lotterien laufen über win2day.
Das Urteil zu Tipp3
Tipp3 steht in dieser Reihe für eine häufige Verwechslung: eine österreichische Sportwetten-Marke ist noch keine österreichische Casino-Marke. Wer in Österreich Sportwetten legal setzen will, findet bei Tipp3 eine konzessionierte Adresse. Wer Craps spielen will, ist bei win2day.
Prüfkriterien — was diese Seite misst und was sie nicht misst
Was diese Seite misst: ob ein Anbieter in Österreich konzessioniert ist, ob die österreichische Justiz in einem dokumentierten Fall gegen ihn entschieden hat, und ob das Spielangebot für den österreichischen Markt verfügbar ist. Das sind die drei Achsen, an denen sich die Tabelle orientiert.
Was diese Seite nicht misst: einen Bonus-Vergleich, eine Auszahlungs-Geschwindigkeit, eine Spielauswahl über Craps hinaus. Eine solche Messung wäre für die Frage, die ein österreichischer Spieler mitbringt, nachrangig: solange der Vertrag zivilrechtlich nichtig ist, ist die Frage nach der Auszahlungsquote die zweitwichtigste Frage, nicht die erste.
Was diese Seite auch nicht misst: eine Empfehlung. Eine Empfehlung setzt voraus, dass die Wahl zwischen den Anbietern offen ist. In Österreich ist sie es nicht. Die Seite beschreibt die Lage; sie empfiehlt nicht.
Häufig gestellte Fragen
Ist „beste craps online casinos österreich“ in Österreich legal?
Nur ein Angebot ist legal: Win2day.at. Die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. hält die einzige Konzession für Online-Glücksspiel in Österreich; alle anderen Anbieter sind für österreichische Spieler nicht autorisiert, und ihre Spielverträge sind nach der OGH-Rechtsprechung nichtig.
Welcher Anbieter hat in Österreich eine Konzession für Online-Glücksspiel?
Die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. mit der Plattform Win2day.at. Die Konzession läuft nach § 12a GSpG bis zum 30. September 2027 und umfasst elektronische Lotterien; Sportwetten sind über Tipp3 und andere Marken konzessioniert, laufen aber unter dem Wettgesetz der Länder.
Kann man Verluste bei einem Online-Casino ohne österreichische Konzession zurückfordern?
Ja. Der Oberste Gerichtshof hat in mehreren Entscheidungen aus 2021 festgestellt, dass Spielverträge mit nicht-konzessionierten Anbietern nichtig sind; Spieler haben ihre Verluste erfolgreich eingeklagt, darunter eine Million Euro gegen einen ausländischen Anbieter (22. Juni 2021) und rund 73.000 Euro gegen bwin/ElectraWorks (25. Juni 2021).
Welche Limits gelten bei win2day?
Win2day verlangt vor Spielbeginn ein Deposit-Limit und ein tägliches Spielzeit-Limit. Für Spieler unter 26 Jahren gilt ein strengeres Wochenlimit; das Standard-Limit für volljährige Spieler liegt im Monatsbereich. Die genauen Werte stehen in den Spielbedingungen des Anbieters.
Muss man Casino-Gewinne in Österreich versteuern?
Gewinne aus Glücksspiel sind für private Spieler in Österreich in der Regel nicht einkommensteuerpflichtig. Wer professionell spielt, kann als gewerblicher Einkünftefall besteuert werden; die Glücksspielabgabe zahlt der Anbieter, nicht der Spieler. Den Einzelfall klärt ein Steuerberater.
Was ändert die geplante Reform des Glücksspielgesetzes?
Der Gesetzesentwurf zur Novelle des GSpG wurde am 4. August 2026 der Europäischen Kommission zur Notifizierung übermittelt; danach gilt eine dreimonatige Stillhaltefrist. Der Entwurf sieht eine unabhängige Behörde, offene Fünf-Jahres-Lizenzen ab dem 1. Oktober 2027 und ein anbieterübergreifendes Selbstsperre-Register vor. Bis zur Beschlussfassung kann sich der Text ändern.
Verfasst vom Team von „Casino Freispiele AT”.
